Kluge Köpfe für die Zukunft Untersuchungen des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ergaben, dass die Erträge frühkindlicher Bildungsinvestitionen umso höher sind, je früher sie getätigt werden.
Nach Meinung der Forscher werden in der frühen Kindheit die Kapazitäten aufgebaut (oder nicht aufgebaut), welche eine wichtige Voraussetzung für den Schul- und Arbeitsmarkterfolg schaffen. Die Lernerfahrungen, die Kinder schon früh machen, hängen mit den späteren Lernprozessen in der Schule zusammen. Kinder, die bereits im Kleinkindalter kompetente Unterstützung und Lernangebote erhalten, können Erfolge beim Lernen erleben. Sie haben es leichter, weitere Lernerfolge im Kindergarten, in der Schule und im Arbeitsleben zu realisieren.
Kinder, denen diese Förderung nicht ausreichend zur Verfügung steht, können viele Lernangebote in Kindergärten oder Schulen nicht oder nur eingeschränkt nutzen. Wenn sie bereits im Kleinkindalter Misserfolge beim Lernen erleben, haben sie es schwerer, weitere Lernerfolge im Kindergarten, in der Schule und im Arbeitsleben zu realisieren. Vielmehr nimmt bei diesen benachteiligten Kindern die Wahrscheinlichkeit zu, dass sie weitere Misserfolge erfahren.
Die Vorteile frühkindlicher Bildung Nach Angaben der Forscher kann eine jährliche Erhöhung der Ausgaben für Bildung um 10 % pro Kind pro Jahr zu einem deutlich erhöhten Lebenseinkommen führen.
Jährlich 10 % mehr Investitionen in Bildung bis zum 5. Lebensjahr eines Kindes kann das Lebenseinkommen um bis zu 55.590 € erhöhen.
Wird im Alter vom 6. bis zum 11. Lebensjahr 10 % mehr in Bildung investiert, kann ein höheres Lebenseinkommen von bis zu 37.177 € erzielt werden.
Ein Vorschul-Experiment in den USA Das"Perry Preschool Project" wurde in den USA im Jahr 1967 durchgeführt. Kinder aus bildungsfernen Familien wurden zwei Jahre lang von qualifizierten Lernbegleitern nach einem Lehrplan in kleinen Gruppen täglich 2 ½ Stunden gefördert. Den Eltern wurde Unterstützung gegeben. Sie wurden regelmäßig beraten und über die Entwicklung der Kinder informiert.Der Wirtschaftswissenschaftler und Nobelpreisträger für Ökonomie, James Heckman, wertete die ökonomischen Effekte des Vorschul-Experiments aus. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wenn man Kinder sehr früh fördert, sind die ökonomischen Effekte enorm. Für die Entwicklung von kognitiven und nichtkognitiven Fähigkeiten im Lebenszyklus ist die frühe Kindheit entscheidend. Während dieser Periode sind die Mitglieder der Familie sowie Kindergärten für die Bildung von Fähigkeiten verantwortlich. Kinder, die im Rechnen, Lesen und in der Sprachentwicklung früh gefördert wurden - blieben seltener sitzen, - wurden seltener auf Sonderschulen verwiesen, - schnitten bei standardisierten Tests deutlich besser ab, - waren motivierter und - hatten mehr Selbstdisziplin. Das - und nicht der IQ - erklärt ihre späteren Erfolge. Kinder, die motiviert sind zu lernen, kommen im Leben besser zurecht. Sie hatten höhere Schulabschlussquoten und ein höheres Einkommen. mehr...