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FRAGEN UND ANTWORTEN

Warum soll man Kinder früher fördern?
Die hohe Lernfähigkeit von Kindern im Vorschulalter wird noch zu wenig genutzt. Wertvolle Bildungszeit geht verloren, um Kinder auf die schulischen Anforderungen vorzubereiten. Dies führt bei einer steigenden Zahl von Kindern schon zu Lernschwierigkeiten am Schulanfang, weil die basalen Grundlagen, um schulvermittelte Kulturtechniken erlernen zu können zu wenig ausgebildet sind.
In vielen europäischen Ländern werden dezidierte Frühförderprogramme angeboten, sie fördern früh und intensiv. In Deutschland gibt es noch große Bedenken gegen die "Verschulung" des bisher "bildungsfreien" Vorschulraums. Dabei wird übersehen, dass Schule nicht nur eine Institution ist, die Kenntnisse vermittelt, sondern auch Wissen und Kenntnisse voraussetzt. Es geht nicht darum schulisches Lernen in die Vorschulzeit zu verlegen, sondern ein Fundament zu schaffen, an dem schulisches Lernen anknüpfen kann. Insofern ist Vorschulbildung als Prävention von Lernschwierigkeiten anzusehen.

Wie entwickelt sich Schulfähigkeit?
Der Erwerb der Kulturtechniken ist ein Entwicklungsprozess, dessen Beginn schon vor dem Schuleintritt liegt. Die Entwicklungsunterschiede, die bei gleichaltrigen Kindern festgestellt werden, sind markant. Sie sind Grund dafür, dass der Übergang der Kinder vom Kindergarten in die Grundschule nicht immer harmonisch, für etliche sogar problematisch verläuft.

–  Vorschüler zeigen Entwicklungsunterschiede von bis zu vier Jahren.
–  Bis zu 20 % der Schulanfänger zeigen schon eine Lese-Schreib-Schwäche und/oder eine
    Rechenschwäche.

Die Denkweise, dass Schulerfolg durch «Reifung» zustande kommt, ist nicht korrekt. Die fehlenden Wissensgrundlagen können nicht alleine durch eine „Selbstbildung des Kindes“ erworben werden. Das Kind bedarf einer Anleitung, um schulrelevante Kenntnisse und Fertigkeiten auszubilden.

Wie viele Kinder sind von Lernschwierigkeiten am Schulanfang betroffen?
Die Zahl der Kinder mit Lernschwierigkeiten am Schulanfang steigt stetig und trifft die Schulanfänger und ihre Eltern häufig völlig unvorbereitet.
Jährlich beginnen in Deutschland bis zu 100 000 Kinder ihre Schulkarriere mit Defiziten beim Lesen oder Schreiben. Am schwersten tun sich Kinder, die vor dem Schuleintritt noch kaum oder noch keine Erfahrungen mit der Schrift gesammelt haben.
Geschätzte 20% der Kinder zeigen am Schulanfang bereits Schwierigkeiten beim Erwerb des Rechnens. Da diese Kinder bereits im Vorschulalter Entwicklungsauffälligkeiten zei­gen, erscheint es dringend notwendig,  dass sie rechtzeitig gezielte Hilfe und Förderung bekommen. Je eher Frühwarnhinweisen nachgegangen wird, die auf spätere Lernschwierigkeiten hindeuten, umso günstiger ist die Prognose und je früher kann Hilfe einsetzen.

Wo und wie kann die schulvorbereitende Förderung stattfinden?
Die schulvorbereitende Förderung kann sowohl in frühkindlichen Bildungseinrichtungen als auch im Elternhaus stattfinden. Spätestens im letzten Jahr vor der Einschulung werden die Basiskompetenzen zum Erlernen der Kulturtechniken (Schreiben, Lesen, Rechnen) trainiert.
Sinnvoll ist eine regelmäßige Förderung und eine Lernbeobachtung. Die Lernbegleiter sollten den Lernfortschritt der Vorschüler dokumentieren, um einen eventuellen zusätzlichen Förderbedarf festzustellen. Es hängt vom einzelnen Kind, der unterschiedlichen Motivation sowie der Tagesform ab, wie viele Übungen Sie dem Kind zumuten können. Wichtig ist, dass der betreffende größere oder kleinere Lernschritt auch wirklich verstanden wird.