Muss frühes Lernen immer „spielerisch“ sein? Das Lernen zur Vorbereitung auf die Einschulung muss nicht nur spielerisch verlaufen, sondern kann und soll auch schon mit schulischen Mitteln stattfinden. Das Ziel ist, die Grundlagen zu fördern, an denen schulisches Lernen anschließen kann. Kinder werden heute mit den unterschiedlichsten Kenntnissen eingeschult. Fehlende Kenntnisse aufgrund mangelnder Förderung führt bei zahlreichen Kindern schon zu Lernschwierigkeiten am Schulanfang. Meist sind diese Kinder normal intelligent und waren vor dem Schulbeginn völlig unauffällig. Es geht also darum, die notwendigen Kenntnisse zu überprüfen und gegebenenfalls nach Bedarf individuell zu fördern.
Warum reicht eine Sprachförderung nicht? Die lautsprachliche Förderung reicht bei vielen Kindern nicht, weil sie nicht die Kenntnisse zu Lesen- und Schreibenlernen sowie zum Rechnenlernen vermittelt. Für Kinder mit fehlenden Grundlagen erfolgt das schulische Lernen zu schnell. Sie müssen die fehlenden Grundlagen aufarbeiten und sich gleichzeitig neues Wissen aneignen. Das führt oft zu Überforderungen und Misserfolgerlebnissen. Bei einigen Kindern entwickeln sich daraus ernsthafte anhaltende Lernstörungen, die zu Versagensängsten und Verhaltensauffälligkeiten führen.
Auch die Überprüfung der Wahrnehmungsleistungen (Differenzierungsproben nach Breuer/Weuffen), die in vielen Kindertageseinrichtungen eingesetzt werden sind „keine besonders empfehlenswerten Screeninginstrumente zur Vorhersage späterer Lese-Rechtschreibleistungen.“ Quelle: http://www.znl-ulm.de/html/nl9_differenzierungsproben.html
Wie kann die frühe Lernförderung stattfinden? Die frühe Lernförderung sollte spätestens im letzten Jahr vor der Einschulung regelmäßig und verbindlich stattfinden. Möglichst täglich zu festgelegten Zeiten und in vorbereiteten Räumen finden die Förderangebote statt. Sie kann als Einzelförderung oder in Lerngruppen angeboten werden. In einer Lerngruppe sollten höchstens acht Kindern von zwei Lernbegleitern betreut werden. Die Dauer eines Förderangebotes (z. B. sprachliche Förderung) beginnt mit ungefähr 20 Minuten und kann mit zunehmendem Alter gesteigert werden. Danach erfolgt eine längere Pause. Später kann ein weiteres Förderangebot (z. B. mathematische Förderung) stattfinden. In den Ferienzeiten können Förderpausen eingelegt werden und/oder zusätzliche Einzelförderungen stattfinden.
Kann ich als Erzieher/in frühes Lernen fördern? In vielen Ländern dieser Welt dürfen erwachsene „Nicht-Pädagogen“ sogar ihre schulpflichtigen Kinder zu Hause unterrichten und tun dies mit Erfolg. In diesen Ländern gilt die „Bildungspflicht“ jedoch nicht die „Schulpflicht“. Sie werden dabei auf Wunsch von so genannten „Korrespondenzschulen“ unterstützt. Als Erzieher/in können Sie alle Grundlagen vermitteln, die ein Kind zum vorschulischen Lernen braucht. Sie sollten jedoch wissen, welche Grundlagen vermittelt werden sollten, damit schulisches Lernen erfolgreich stattfinden kann. Die Logicus Primarschule® stellt Ihnen dafür die fertigen Bildungskonzepte zur Verfügung. Die Lerninhalte wurden in Lernmodule aufgeteilt für je einen Förderzeitraum von geschätzten sieben bis neun Tagen. Alle Lernmodule bauen aufeinander auf und sind in Kindertageseinrichtungen und im Elternhaus einsetzbar.
Können Eltern ihre Kinder zu Hause fördern? Eine schulvorbereitende Förderung kann auch im Elternhaus stattfinden. Eltern können ihren Kindern eine vertraute und damit lerngünstige Umgebung bieten. Die hier mögliche individuelle, an die Stärken und Schwächen des einzelnen Kindes angepasste frühe Förderung wirkt sich besonders positiv aus. Für Eltern und Kinder bedeutet es ein Lernen ohne räumliche oder zeitliche Grenzen. Eltern können ihre Kinder selbst fördern oder eine Vertrauensperson damit beauftragen. Alle Eltern, für die eine intensive, individuelle Förderung Neuland bedeutet, werden bald feststellen, dass sie ein immer besseres Gespür für die Förderung entwickeln. Sobald Sie merken, dass sich die Kinder mit dem Verständnis einzelner Lernschritte leichter tun, können Sie selbst das Tempo der Förderung bestimmen und die Intensität, mit der Sie sich einzelnen Lernbereichen widmen. Sinnvoll ist jedoch eine regelmäßige Förderung und eine Lernbeobachtung. Es hängt von den einzelnen Kindern, ihrer unterschiedlichen Motivation wie Tagesform ab, wie viele Übungen Sie dem Kind zumuten können. Wichtig ist, dass der betreffende größere oder kleinere Lernschritt auch wirklich verstanden wird.
Daneben stehen wir Ihnen auch für eine persönliche Lernberatung zur Verfügung. Rufen Sie uns unverbindlich an: +49 (0)761/ 40 11 881 oder mailen Sie Ihre Fragen: logicusberatung @ t-online.de